Berliner Schulleitungsverband fordert Nachbesserungen der Schulstrukturreform

Der Interessenverband Berliner Schulleitungen hat sich in einem offenen Brief an Schulsenator Zöllner gewandt. Neben grundsätzlicher Zustimmung zur Schulstrukturreform unterbreitete der IBS aber auch konkrete Vorschläge zur Nachbesserung.

So fordert der Verband größere Handlungsfreiheit in der Personalpolitik. Schulleiter müssten externes Personal unbürokratisch einstellen können, um den neuen Bildungsauftrag verwirklichen zu können.

Auch wird gefordert, neben der Einführung eines zweiten Studientages mehr Zeit für die Schul- und Qualitätsentwicklung aufzuwenden, um die erheblichen organisatorischen und pädagogischen Mehrbelastungen durch die Reform abzufangen.

Vor dem Hintergrund der Zusammensetzung der Schülerschaft und dem erklärten Ziel zur Umsetzung der Inklusion von behinderten Kindern, soll in den Sekundarschulen zudem die Klassenfrequenz stufenweise auf 22 Schüler abgesenkt werden und den Schulen flächendeckend sozialpädagogische Kompetenz zur Verfügung gestellt werden.

Kritisiert wird auch die Kürzung der Stunden in der Sekundarschule, sowie die Beibehaltung der Probezeit am Gymnasium, was gegen das erklärte Ziel der Gleichwertigkeit beider Schulformen spreche.

Harald Kuhn, IBS Interessenverband Berliner Schulleitungen e.V.

 

Berlin gibt mehr Geld pro Schüler aus als Bayern oder Baden Württemberg und erreicht wesentlich schlechtere Ergebnisse. Das hat der ehemalige Finanzsenator Sarrazin ausgerechnet und seinen Bildungskollegen im rot-roten Senat vorgeworfen. Zu Recht.

Dasselbe gilt für die Ausgestaltung von Studiengängen. Die Entschlackung von Lehrplänen kostet kein Geld, sie erfordert Mut, Weitsicht, Überzeugungskraft und manche andere Tugend dazu. Die Hochschulrektorenkonferenz hat den Bundesländern Fehler bei der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge vorgeworfen. Der Präsident der Humboldt-Universität Christoph Markschies hat konkretisiert, 25 der 250 Studienordnungen an der Berliner Humboldt-Universität seien misslungen.

 


"Die Lehrer werden vernachlässigt!"

Der Heidelberger Bildungsforscher Frieder Wolf hat der Frankfurter Rundschau ein Interview gegeben, in dem er über Schulreformen und deren Auswirkungen auf die Schulen spricht. Aus rechtlichen Gründen können hier nur die ersten Fragen eingebunden werden, für das gesamte Interview klicken Sie bitte auf den darunter stehenden Link, er öffnet sich in einem neuen Fenster. 


Herr Dr. Wolf, war früher in der Schule alles besser?

Nein, natürlich nicht. Aber ich habe doch manchmal den Eindruck, dass die Machbarkeitsphantasien der Kritiker der herrschenden Zustände mit ihnen durchgehen, beispielsweise bei der Forderung, 2020 80 Prozent der Schüler an die Hochschulen zu führen.

Sie beklagen ein Zuviel an Reformen nach der Pisa-Krise in Deutschland. Damit stehen Sie eher allein...

Zunächst muss man festhalten, dass es seit dem Pisa-Schock eine intensive Reformtätigkeit gegeben hat. Der weitverbreitete Vorwurf der Reformunfähigkeit trägt also nicht. Zuweilen artet das nun in eine Reformhyperaktivität aus. Man sollte den bereits beschlossenen Reformen auch mal Zeit geben, ihre Wirkung zu entfalten. Sonst droht ein Hü und Hott, das diejenigen ermüdet, die das Ganze umsetzen sollen - zu allererst die im Durchschnitt 50 Jahre alten Lehrer. Viele Reformen lenken deren Energie obendrein vom Kerngeschäft Unterricht weg, zum Beispiel der Schulprofil- und Evaluationswahn.

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Schulstrukturreform. Aufbruch oder Augenwischerei?

Am Dienstag, den 17.11.2009, findet die 19. Herbsttagung der Berliner Schulleitungen statt.

Berlin. Die jetzt angelaufene Schulstrukturreform der Berliner Schulen ist mit einem hohen Anspruch angetreten: Qualitätsverbesserung durch neue Organisation des Lernens und mehr Chancengerechtigkeit für die Schülerinnen und Schüler.

Sind vereinfachte Zugangsbedingungen für das Gymnasium und das Postulat der „Inklusion“ wirklich geeignete Instrumente zur Erreichung des hehren Ziels? Wie sind die Rahmenbedingungen zu bewerten? Diese und andere Fragen werden im Rahmen der 19. Herbsttagung des Interessenverbandes Berliner Schulleitungen diskutiert und bearbeitet.

Ob die Schulstrukturreform ein Aufbruch in eine Qualitätsverbesserung an Berliner Schulen wird oder bloße Augenwischerei ist, beleuchtet Prof. Dr. paed. Klaus-Jürgen Tillmann von der Universität Bielefeld, Fakultät für Erziehungswissenschaft, in seinem Eingangsreferat. In insgesamt zwölf workshops und Arbeitsgruppen werden aktuelle Problemstellungen mit Bildungs-Fachleuten beleuchtet und erörtert.

Auf der abschließenden Podiumsdiskussion stehen den versammelten Schulleitungen die bildungspolitischen Sprecher der im Berliner Abgeordnetenhaus vertretenen Parteien Rede und Antwort.

Weitere Informationen unter www.ibs-verband.de

 

"Die Taunus bleibt!"

Schon seit einigen Monaten kämpfen engagierte Eltern unter dem Motto "Die Taunus bleibt!" für den Erhalt ihrer Grundschule im Taunus-Viertel in Lichtenrade.

Das Konzept ihrer Schule halten die Eltern für beispielhaft:

 

Gedanken zur Schulstrukturreform in Berlin

Helge Dietrich, Landesvorsitzender Verband Bildung und Erziehung – Landesverband Berlin

Schule und Erziehung haben seit den sehr schlechten Ergebnissen Deutschlands bei verschiedenen europäischen Untersuchungen zum Leistungsvermögen von Schülerinnen und Schülern einen hohen Stellenwert in der Öffentlichkeit.

Die Diskussionen über Sinn und Nutzen des in Deutschland üblichen dreigliedrigen Schulsystems werden unverändert heftig geführt.

Konsens scheint zu sein, die Hauptschule zu Gunsten eines dann zweigliedrigen Systems abzuschaffen. Diese Schulform gilt als nicht reformierbar. Allerdings gibt es auch Hauptschulen, die erfolgreich arbeiten, wobei der Erfolg darin liegt, dass für die Schülerinnen und Schüler nach Beendigung ihrer Schulzeit berufliche Perspektiven vorhanden sind. Zu beachten ist jedoch, dass mit der Abschaffung der Hauptschule nicht gleichzeitig die Schülerinnen und Schüler abgeschafft werden. Diese Klientel wird es auch weiterhin geben.

 

 
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Dietrich, Helge - VBE Verband Bildung und Erziehung

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Henkel, Frank - Landes- und Fraktionsvorsitzender CDU Berlin

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Steuer, Sascha - MdA, CDU-Fraktion Berlin

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