Blick der Wirtschaft auf die Schulstrukturreform

Aus Sicht der Wirtschaft ist eine Schulreform dringend geboten. Abgesehen davon, dass es nicht hinnehmbar ist, wenn junge Menschen durch eine gescheiterte Schulkarriere schon am Beginn ihres Lebens jede Perspektive verlieren: die demografische Entwicklung zwingt uns, den Teil der Schulabgänger, der die Schule ohne Abschluss oder nicht ausbildungsreif verlässt, drastisch zu reduzieren. Gelingt uns das nicht, werden wir schon bald ein ausgewachsenes Nachwuchsproblem bei unseren Fachkräften haben. Es muss also etwas geschehen und die Wirtschaft ist auch willens, ihren Teil dazu beizutragen. Die IHK Berlin hält deshalb die Zielsetzungen der Schulstrukturreform für richtig und sieht diese prinzipiell auch auf einem guten Weg.

 

Stellungnahme zum geplanten Strukturwandel im Berliner Schulsystem

Deutscher Philologenverband Landesverband Berlin/Brandenburg

Prinzipiell stimmt der Deutsche Philologenverband der Abschaffung der Hauptschule nur unter Berücksichtigung der besonderen Berliner Bedingungen zu.

Allgemein sollten für den Strukturwandel folgende Prinzipien gelten:

  • Fortbildungsangebote und Entlastungen für Lehrer müssen bereitgestellt werden.
  • Förderprogramme müssen für alle Schulformen eingerichtet werden.
  • Als Möglichkeit für Schüler, den Abschluss zu schaffen oder zu verbessern, kann freiwillig ein Jahr wiederholt werden.
  • Das Sitzenbleiben bleibt als äußerste Notwendigkeit erhalten, wenn keine andere Maßnahme bei Schülern zum Abschluss verhilft.
  • Die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen muss gegeben sein.
  • Der Elternwille hat Priorität.

Konkret würden wir folgende über den jetzigen Entwurf hinausgehende Vorschläge einbringen:

 

 

Bildungsreformen brauchen gesellschaftliche Akzeptanz

Von Frank Henkel, MdA – Landes- und Fraktionsvorsitzender der CDU Berlin

Seit Monaten diskutiert Berlin über den von Rot-Rot geplanten Umbau der Schulstrukturen. Weitgehende Einigkeit besteht darüber, dass im Bildungsbereich etwas passieren muss - vor allem, was die Hauptschule betrifft. Die Berliner CDU hat schon Anfang des Jahres ein entsprechendes Bildungskonzept vorgelegt.

Dem Senat scheint es aber nicht um eine bessere Förderung der Kinder, um eine Verbesserung der Unterrichtsqualität oder eine Verminderung des Unterrichtsausfalls zu gehen. Die Reformbestrebungen sind vielmehr in ein Geschacher um Schulschließungen und leistungsfeindliche Zugangskriterien (Stichwort: Schülerlotterie) ausgeartet. Statt die Reform gründlich vorzubereiten, wollen SPD und Linkspartei den Umbau durchpeitschen und somit aus dem Wahljahr 2011 halten. Dabei werden die Schulen von Rot-Rot weder ausreichend vorbereitet, noch gibt es ein pädagogisches Konzept. Hier stehen parteipolitische Interessen wieder einmal über dem Gemeinwohl.

Ich halte diesen Weg für falsch. Eine solche Mammutreform braucht die Akzeptanz der Betroffenen und darf nicht gegen sie verabschiedet werden. Ich habe Bildungsenator Zöllner deshalb vorgeschlagen, einen Bildungsgipfel abzuhalten und nach dem Vorbild von Hamburg und Bremen einen breiten und überparteilichen Konsens über notwendige Veränderungen herzustellen. Diesen Vorschlag hat Herr Zöllner abgelehnt.

Davon werden wir uns jedoch nicht beirren lassen. Die Union wird weiter Stimme der Betroffenen sein und für einen breiten Konsens werben. Ich möchte Sie in diesem Zusammenhang auf das bürgeroffene Projekt "Berliner Bildungskonferenz" hinweisen, das von der Berliner CDU unterstützt wird.

Gemeinsam kann es uns gelingen, den Senat in dieser zentralen Zukunftsfrage zu einem Umdenken zu bewegen.

 

 
Ralf Treptow, Vorsitzender der Vereinigung der Oberstudiendirektoren Berlins

Die Vereinigung der Oberstudiendirektoren Berlins (VOB) begrüßt die Grundsätze der von der Landesregierung beabsichtigen Veränderung der Schulstruktur in der Bundeshauptstadt hin zu einem „Zwei-Säulen-Modell“ für die Sekundarstufe I. Im Zusammenhang mit diesem Umbau bleiben jedoch folgende Forderungen der VOB aktuell:

1. Trotz des anerkannt höheren Bedarfs an Lehrerstunden, der notwendigerweise kleineren Klassengröße im SEK I – Bereich der Integrierten Sekundarschule (IS) im Vergleich zum Gymnasium (GY) darf der Umbau nicht einseitig zu Lasten der Gymnasien erfolgen. Die VOB hat mit Interesse zur Kenntnis genommen, dass z.B. deutlich mehr Mittel als es die Anteile der entsprechenden Schularten widerspiegeln aus dem Konjunkturprogramm 2 der Bundesregierung in Berlin in die Schulstandorte der zukünftigen IS fließen.
Entsprechenden Plänen aus der Verwaltung zum Abbau von Funktionsstellen an den Berliner Gymnasien, um neue Funktionsstellen für die IS zu schaffen, tritt die Vereinigung mit einem Verweis auf die Unterausstattung der
Berliner Gymnasien mit Funktions- und Beförderungsstellen im Vergleich zur Mehrzahl der bundesdeutschen Gymnasien entschieden entgegen.

2. Die Durchlässigkeit zwischen IS und GY, auch von beiden Schularten zum in Berlin getesteten Modell „Gemeinschaftsschule“, muss soweit wie möglich erhalten bleiben. Die neu zu schaffende Verordnung für die Sekundarstufe I (SEK I – VO) sollte daher Ausnahmen für die Durchlässigkeit exakt begründen und diese sollten auf ein Minimum beschränkt werden.

 

 

Schulstrukturreform ja, aber es kommt drauf an wie!

Sascha Steuer, MdA – Bildungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus

Der Senat hat eine Schulstrukturreform beschlossen. Im Wesentlichen geht es um die Zusammenlegung der Schulformen neben dem Gymnasium. Für den Erfolg der Strukturreform sind jedoch neben der Veränderung der Schulformen auch die Ausstattung und die individuelle Förderung der Schüler entscheidend, hier gibt es große Defizite.

Es ist fraglich ob die ehemaligen Hauptschüler in den Klassen der künftigen Sekundarschule mit 25 statt bisher 17 Schülern gut unterrichtet werden können. Es ist fraglich ob es klug ist, kleinere Schulen zu schließen und große Schulen zu Mammutschulen auszubauen. Es ist fraglich ob die geplante Schülerlotterie nicht gerade die nachgefragten Schulen kaputt machen wird. Es ist fraglich ob eine Schulreform gelingen kann, die die Grundschulen nicht einbezieht. Es ist fraglich ob es klug war nicht einen überparteilichen Konsens herzustellen um endlich einmal langfristig Ruhe in das Schulsystem zu bekommen.

Mit der Berliner Bildungskonferenz soll der Versuch unternommen werden politisch überparteilich und in Zusammenarbeit mit den Verbandsvertretern und Wissenschaftler
n einen weitgehenden Konsens in der großen Linie und den wesentlichen Einzelpunkten herzustellen. Nur so kann die Schulstrukturreform genug Unterstützung finden, motivieren und damit letztlich erfolgreich sein.

Für die CDU sind dabei folgende Punkte besonders wichtig. Wir wollen

- kleinere Schulstandorte mit besonderen Profilen zu erhalten
- die Strukturdebatte beenden und das Gymnasium langfristig anerkennen
- die Qualität der Abschlüsse erhalten und die Niveaus nicht absenken
- den Unterrichtsausfall deutlich reduzieren
- die Schülerlotterie verhindern
- die Qualität auch im Elementar- und Grundschulbereich verbessern

 

 
Unterstützer

Ich unterstütze einen Bildungskonsens für Berlin:

Boettcher, Steffen - Unternehmer brandung3 und MEER-SEEN, Vater eines Vorschulkindes

Dietrich, Helge - VBE Verband Bildung und Erziehung

Heilmann, Thomas - Unternehmer aus Berlin, Vater von 4 Kindern

Henkel, Frank - Landes- und Fraktionsvorsitzender CDU Berlin

Lücke, Bernhard - Selbständiger Internet-Entwickler

Reitze, Dirk - LGF CDU Berlin

Steuer, Sascha - MdA, CDU-Fraktion Berlin

Treptow, Ralf - Vereinigung der Oberstudiendirektoren Berlins

Wiencek, Kathrin - Philologenverband Berlin Brandenburg

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Sponsoren

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