Stellungnahme zum geplanten Strukturwandel im Berliner Schulsystem

Deutscher Philologenverband Landesverband Berlin/Brandenburg

Prinzipiell stimmt der Deutsche Philologenverband der Abschaffung der Hauptschule nur unter Berücksichtigung der besonderen Berliner Bedingungen zu.

Allgemein sollten für den Strukturwandel folgende Prinzipien gelten:

  • Fortbildungsangebote und Entlastungen für Lehrer müssen bereitgestellt werden.
  • Förderprogramme müssen für alle Schulformen eingerichtet werden.
  • Als Möglichkeit für Schüler, den Abschluss zu schaffen oder zu verbessern, kann freiwillig ein Jahr wiederholt werden.
  • Das Sitzenbleiben bleibt als äußerste Notwendigkeit erhalten, wenn keine andere Maßnahme bei Schülern zum Abschluss verhilft.
  • Die Durchlässigkeit zwischen den Schulformen muss gegeben sein.
  • Der Elternwille hat Priorität.

Konkret würden wir folgende über den jetzigen Entwurf hinausgehende Vorschläge einbringen:

 

 

  • In bereits vorhandenen Kitas sollte eine Verzahnung mit den Grundschulen sofort herbeigeführt werden.
  • Mindestens ein Kita-Jahr sollte für alle Kinder verbindlich werden.
  • Ein öffentliches, grundständiges Gymnasium sollte in jedem Bezirk angeboten werden.
  • Die Einführung eines Eignungsnachweises für das Gymnasium erfolgt in Form eines Probejahres.
  • Die Schulform, die Schüler zur einfachen und erweiterten Berufsschulreife führt, sollte die Möglichkeit eröffnen, die Schüler ab Klasse 9 einen Tag pro Woche in einem Betrieb arbeiten zu lassen. Dazu sollte es so schnell wie möglich zu Absprachen mit der IHK und anderen Gremien der Berliner Wirtschaft kommen.
  • In der so genannten Regionalschule sollte es möglich sein, in 12 Schuljahren die Fachhochschulreife zu erwerben. Diese Möglichkeit besteht zurzeit nur an den Berufsschulen. Der Bildungsgang, obwohl für die Wirtschaft eigentlich sehr effektiv, da er mit anschließendem Fachhochschulstudium der schnellste Weg zu einsatzfähigen Ingenieuren ist, ist im Moment ein Stiefkind der Bildungslandschaft. In dem man Eltern eine Alternative zum klassischen deutschen Abitur mit starker theoretischer Ausrichtung anbietet, die an einer Schule ohne weiteren Wechsel erworben werden kann und außerdem noch gute Berufschancen bietet, könnte die Attraktivität dieser Schulform erhöht werden.
    • Die Struktur der Regionalschule sollte durch Beschluss der Schulkonferenz entschieden werden. An den Beschluss muss sich die Schule für eine Zeit X halten.
    • In Absprache mit der IHK sollte an den Regionalschulen bereits ab der 8. Klasse ein Fach „Wirtschaft“ o. ä. verbindlich eingeführt werden.
  • Die Regionalschule sollte offenen oder gebundenen Ganztagsbetrieb anbieten können.
  • An den Gesamtschulen sollte das Abitur in 13 Schuljahren abgelegt werden.
 

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