"Die Lehrer werden vernachlässigt!"
Der Heidelberger Bildungsforscher Frieder Wolf hat der Frankfurter Rundschau ein Interview gegeben, in dem er über Schulreformen und deren Auswirkungen auf die Schulen spricht. Aus rechtlichen Gründen können hier nur die ersten Fragen eingebunden werden, für das gesamte Interview klicken Sie bitte auf den darunter stehenden Link, er öffnet sich in einem neuen Fenster.
Herr Dr. Wolf, war früher in der Schule alles besser?
Nein, natürlich nicht. Aber ich habe doch manchmal den Eindruck, dass die Machbarkeitsphantasien der Kritiker der herrschenden Zustände mit ihnen durchgehen, beispielsweise bei der Forderung, 2020 80 Prozent der Schüler an die Hochschulen zu führen.
Sie beklagen ein Zuviel an Reformen nach der Pisa-Krise in Deutschland. Damit stehen Sie eher allein...
Zunächst muss man festhalten, dass es seit dem Pisa-Schock eine intensive Reformtätigkeit gegeben hat. Der weitverbreitete Vorwurf der Reformunfähigkeit trägt also nicht. Zuweilen artet das nun in eine Reformhyperaktivität aus. Man sollte den bereits beschlossenen Reformen auch mal Zeit geben, ihre Wirkung zu entfalten. Sonst droht ein Hü und Hott, das diejenigen ermüdet, die das Ganze umsetzen sollen - zu allererst die im Durchschnitt 50 Jahre alten Lehrer. Viele Reformen lenken deren Energie obendrein vom Kerngeschäft Unterricht weg, zum Beispiel der Schulprofil- und Evaluationswahn.
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